Von Thomas Mendrzik Rassesprecher der Lohkaninchen schwarz.

Bevor ich auf die einzelnen Farbenschläge in den jeweiligen Abteilungen Senioren, Herdbuch und Jugend eingehe, werde ich einige grundsätzliche Aussagen zu den ausgestellten Lohkaninchen machen.

Die Schwarzlohkaninchen sind nach wie vor vom Zuchtstand, was Typ und Rassemerkmale betrifft, den anderen Farbenschlägen überlegen. Das gilt sowohl für die Spitzenzuchten, als auch für die breite Masse der ausgestellten Tiere. Lediglich die Spitzenzuchten der Lohkaninchen havannafarbig kommen an das Niveau der Schwarzen heran. Der Abstand zu den anderen Farbenschlägen ist deutlich größer.

Unabhängig vom Farbenschlag hatten die meisten Tiere mit den Witterungsbedingungen ihre Probleme. Ein langer heißer Sommer und eher frühlingshafte Temperaturen am Ausstellungstermin waren die Gründe dafür, dass die meisten Tiere in der Fellbehaarung ihre Schwierigkeiten hatten.

Insgesamt wurden in den Abteilungen Senioren, Herdbuch und Jugend 482 Schwarzlohkaninchen, 68 Blaulohkaninchen, 164 Lohkaninchen havannafarbig sowie 40 Lohkaninchen fehfarbig ausgestellt. Obwohl die Anzahl der ausgestellten Schwarzlohkaninchen und Lohkaninchen havannafarbig gegenüber der letzten Bundesschau rückläufig ist, kann man noch von einer guten Verbreitung sprechen. Die Blaulohkaninchen scheinen sich in der Verbreitung auf niedrigem stabilisiert zu haben, allerdings ist der Trend bei den fehfarbigen eindeutig negativ.

Bei 412 ausgestellten Tieren in der allgemeinen Klasse war der Einsatz von zwei Preisrichtergruppen leider unvermeidbar. Die Bewertungen waren vergleichbar, allerdings hielt sich die zweite Gruppe mit Bemerkungen zu den Rassemerkmalen gegenüber der ersten Gruppe zurück.

Deutscher Meister bei den Senioren wurde Andreas Teise aus dem Landesverband Württemberg - Hohenzollern mit 389,0 Punkten. Er stellte auch den Bundessieger 0,1 mit 97,5 Punkten sowie einen weiteren Klassensieger mit 97,5 Punkten. In seiner Zuchtgruppe standen vier Häsinnen, die eine Klasse Ausgewogenheit im Typ und bei den Rassemerkmalen verkörperten.

Deutscher Vizemeister bei den Senioren wurde Horst Büch aus dem Landesverband Baden mit 388,0 Punkten, der ebenfalls einen Klassensieger mit 97,5 Punkten zeigte. In der Lohfarbe und Kopfzeichnung waren die Tiere etwas schwächer als die Tiere des Deutschen Meisters.

Den Bundessieger 1,0 stellte Frank Dettinger aus dem Landesverband Württemberg - Hohenzollern mit 98,0 Punkten aus. Aus meiner Sicht waren die Augenringe etwas blass, was aber nicht zu Punktabzug geführt hat.

Weitere Klassensieger zeigten Wolfgang Trunk, Adolf Flügel und Hubert Gold. Alle Tiere erhielten 97,5 Punkte.

Herausragende Ergebnisse erreichten die Zuchtgruppen von Frank Dettinger 387,5, Andreas Bertelmann aus dem Landesverband Westfalen, Kerstin und Walter Seidel aus dem Landesverband Bayern sowie Uwe Leipold aus dem Landesverband Thüringen, mit jeweils 387,0 Punkten.

Außerdem gefielen mir die Tiere von Andreas Ziller, der eine sehr ausgewogene Zuchtgruppe vom Typ mit fantastischer Lohfarbe zeigte. Auch die Tiere von Wolfgang Trunk bestachen durch eine tolle Körperform. Die Tiere lagen im Gewicht alle an der Gewichtsobergrenze und hatten sehr schöne Kopfzeichnungen. Die vier Tiere von Hubert Gold erhielten jeweils 14,5 Punkte im Fell und setzten sich hier deutlich von den meisten Tieren ab.

Was bei der Bewertung auffiel, war dass die meisten Tiere 14,5 Punkte in der Kopfzeichnung erhielten und hier wenig differenziert wurde. Gerade diese Position ist aber am schwierigsten züchterisch zu beeinflussen und mit einer guten Farbabgrenzung zu festigen.

Ebenfalls wurde breite Ohrenstellung oft nicht negativ vermerkt. Allerdings war dieser Mangel nicht so verbreitet, wie noch vor einigen Jahren.

Mein absolutes Highlight bei den Bemerkungen war die Kritik "heller After". Es ist aus meiner Sicht wichtig, diesen Fehler bei der Bewertung stärker zu beachten. Allerdings gehört dieser Fehler in Position 5 Rumpfzeichnung gestraft und nicht in Position 6 Farbe.
Im Herdbuch wurden 36 Schwarzlohkaninchen ausgestellt, davon standen 24 Tiere in drei großen Sammlungen. Deutscher Herdbuchmeister bei den Lohkaninchen schwarz wurde Wilhelm Heizmann aus dem Landesverband Baden mit 812,5 Punkten. Die Tiere waren aus meiner Sicht ein Klasse für sich und hätten auch in Allgemeinen Klasse ganz weit vorne gestanden. Die Tiere lagen im Gewicht um die 3,0 Kg und verkörperten den Typ des Lohkaninchens in Perfektion. Dazu zeigten sie vorzügliche Lohfarbe und die Felle hatten einen traumhaften Glanz.

Deutscher Vizeherdbuchmeister wurde Albert Grimm aus dem Landesverband Württemberg - Hohenzollern mit 811,0 Punkten. Die Tiere kamen trotz des engen Punkteabstands nicht an die Qualität der Tiere von Wilhelm Heizmann heran.

In der Jugendabteilung wurden 34 Tiere ausgestellt. Deutscher Jugendmeister wurde Markus Gründel aus dem Landesverband Bayern mit 386,5 Punkten. Er zeigte auch den Bundessieger mit 97,0 Punkten. Deutscher Vizejugendmeister wurde Leonie Leuschner mit 385,0 Punkten. Sie kommt ebenfalls aus dem Landesverband Bayern. Insgesamt kamen die Tiere der Jugend aber nicht an das Niveau der Senioren heran. Außerdem waren die Lichtverhältnisse in dem Bereich der Halle sehr ungünstig, was eine objektivere Beurteilung der Tiere erschwerte.

Die 64 Lohkaninchen blau in der Allgemeinen Klasse und die 4 Tiere im Herdbuch hinterließen einen zwiespältigen Eindruck. Verbessert hat sich auf breiter Basis die Deckfarbe. Lediglich zwei Tiere hatten eine dunkle Deckfarbe mit bräunlichem Anflug, was von den Preisrichtern zu Recht gestraft wurde. Im Typ waren die Tiere sehr unausgeglichen und hatten des Öfteren mit Gewichtsproblemen zu tun. Für den Typ des Lohkaninchen sind Tiere mit einem Gewicht zwischen 2,5 und 2,7 Kg nicht ideal, dass gilt besonders für Rammler, weil diese dann oft schwache Kopfbildung zeigen. Im Afterbereich waren viele Vertreter recht hell und hatten dazu eine weißliche Blumenunterseite. Hier muss in der Zukunft züchterisch der Hebel angesetzt werden. Weiterhin fiel auf, dass die Brustlohe oft wolkig / dunkel war, trotzdem erhielt die Mehrzahl der Tiere 14,5 Punkte in der Position Rumpfzeichnung.

Deutscher Meister wurde die Zuchtgemeinschaft Mersch/Teppner mit 386,0 Punkten aus dem Landesverband Westfalen. Deutscher Vizemeister wurde Jürgen Gertje aus dem Landesverband Weser-Ems mit 385,0 Punkten. Die Bundessieger kamen ebenfalls aus diesen Zuchten. Den Bundessieger 1,0 zeigte Jürgen Gertje mit 96,5 Punkten und den Bundessieger 0,1 mit 97,5 zeigte die Zuchtgemeinschaft Mersch/Teppner.

124 Lohkaninchen havannafarbig in der allgemeinen Klasse, 32 Tiere im Herdbuch und 8 Tiere in der Jugend zeigten einen sehr guten Überblick über den Zuchtstand der Rasse. Der überwiegende Anteil der Tiere war im Rumpf deutlicher schlanker und gestreckter als ihre schwarzen Verwandten. Die Kopfbildung war bei beiden Geschlechtern, ebenfalls weniger ausgeprägt, sodass oft ein Blick auf die Bewertungsurkunde nötig war, um festzustellen, ob es sich um einen 1,0 oder eine 0,1 handelte. Eine Ausnahme machten hier die Tiere von Rainer Zapf und Jochen Knöll. Ihre Tiere kamen im Typ den Schwarzen schon recht nahe. Weitere Kritiken auf den Bewertungsurkunden betrafen lose Brustfelle und Wammenansatz, was zu Punktabzügen führte. Breite Ohrenstellung wurde meistens nicht kritisiert, dass betraf auch die Tiere des Deutschen Meisters. Farblich war der überwiegende Teil der Tiere unfertig. Die melierten Schnauzen wurden erkannt und führten zu Punktabzügen. Helle Blumenunterseite und blasse Lohfarbe war nicht selten zu sehen. Wenn aber der Großteil der Tiere 14,5 Punkte erhält und die Spitzentiere in dieser Position nicht herausgestellt werden, ist das für die Zucht nicht förderlich.

Deutscher Meister in der allgemeinen Klasse wurde Helmut Friedrich aus Landesverband Rheinland-Nassau mit 386,0 Punkten. Deutscher Vizemeister wurde Klaus Scheibner aus dem Landesverband Sachsen mit 385,5 Punkten. Den Bundessieger 1,0 zeigte Wolf-Gunter Clauder aus dem Landesverband Thüringen mit 97,5 Punkten und den Bundessieger 0,1 zeigte Edmund Schepp aus dem Landesverband Hessen-Nassau mit 97,0 Punkten. Der Klassensieger kam aus der Zucht von Hermann Bovenkerk aus dem Landesverband Westfalen und erreichte 97,5 Punkte. Im Herdbuch wurde Jörg Karius mit 812,5 Punkten Deutscher Meister. Anders als es das Ergebnis vermuten lässt, lagen aber zwischen den Vertretern der havannafarbigen und der schwarzen Welten. Die Lohkaninchen havannafarbig waren den Schwarzlohkaninchen im Herdbuch in allen Positionen deutlich unterlegen.

In der Jugend wurde Katja Bär aus dem Landesverband Bayern mit 384,0 Punkten Deutscher Jugendmeister. Da die Lichtverhältnisse in diesem Teil der Halle sehr schlecht waren, ist eine objektive Beurteilung nicht möglich gewesen.

Die 40 Lohkaninchen fehfarbig hatten in allen Positionen ihre Probleme. Seit ihrer Anerkennung ist Anzahl und Qualität der ausgestellten Tiere rückläufig. Die Probleme beginnen schon in der Position 1 Größe und Gewicht. Innerhalb einer Zuchtgruppe waren die Tiere oft nicht ausgeglichen. In der Deckfarbe entfernen sich die Tiere immer mehr von der Farbe guter Marburger Fehkaninchen. Von allen Farbenschlägen haben die Fehlohkaninchen genetisch bedingt die schwächste Lohfarbe. Wenn die Unterseite der Blume aber fast weiß ist, muss das zu drastischen Punktabzügen, oder zum Ausschluss führen. In der Bewertung wurde dieser Fehler nicht entsprechend berücksichtigt. Die melierten Schnauzen wurden von den Preisrichtern erkannt und entsprechend bei der Bewertung vermerkt. Wie es mit diesem Farbenschlag weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Deutscher Meister wurde Matthias Schäfer mit 384,0 Punkten aus dem Landesverband Hessen-Nassau. Deutscher Vizemeister wurde Maria Stute mit 383,5 Punkten aus dem Landesverband Westfalen. Den Bundessieger zeigte Heinrich Geisel aus dem Landesverband Kurhessen mit einer 0,1 und 97,0 Punkten.


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